Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#52 Henning Bohl
First Coffee Break, 2007

Holz, Karton, Seil, Leuchtstift, 193 x 119,5 x 96,5 cm

#51 Henning Bohl
La Revue Blanc Blue, 2006

Collage, 165 x 120 cm

#50 Henning Bohl
The Poster Book Poster, Blue, 2006

Collage, 164,5 x 108 cm

Henning Bohl
Geboren 1975 in Oldenburg
Lebt und arbeitet in Berlin

Verschiedene Elemente verbinden die drei Arbeiten Henning Bohls und lassen sie somit in einem deutlichen Zusammenhang erscheinen. Das blaue Buch, das durch Bohls Bild »The Poster Book Poster, Blue« vorgestellt wird, findet der Betrachter in dem »La revue blanc blue« betitelten Werk wieder. Letzteres greift nicht nur im Titel, sondern auch im Motiv eindeutig auf Pierre Bonnards »La revue blanch« zurück, das Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Bewusst bezieht sich Bohl mit diesem Verweis auf das Poster mit der Silhouette Misia Serts, das ihm als Titelblatt einer leeren Zeitschrift thematisch gut passte und gleichzeitig ein Hinweis auf den Beginn des Posters ist. Während das Original Bonnards auf die Zeitschrift »La revue blanch« verweißt, präsentiert die weibliche Silhouette in Bohls Bild sein »Poster Book«. Durch den sichtbaren Keilrahmen schließlich zeigt das Bild eine formale Verbindung zu Bohls Figur »First Coffee Break« auf. Doch das ist nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Werken – ebenso werden sie durch das Thema der Silhouette verknüpft. Für »First Coffee Break« verwendete Henning Bohl ein Setfoto aus dem Katalog zu Jack Smiths Film »Flaming Creatures«. Ähnlich wie bei »La revue blanc blue« interessierte ihn dabei vor allem die durch Kleidung veränderte menschliche Silhouette. Die während einer Drehpause Kaffee trinkende Person verkörperte in seinen Augen aber auch den privaten Moment während der Arbeit. Den Körperumriss dieser Abbildung verdoppelte Bohl und steckte beide ineinander, um eine Skulptur zu kreieren. Ein Selbstzitat seiner Kabuki-Masken-Bilder ist die Maske, die der Figur um den Hals hängt. Als Symbol der Arbeit, die dem Menschen selbst in der Pause im Nacken sitzt, könnte schließlich der Keilrahmen gesehen werden, so Henning Bohl selbst.