Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#6 Jack Goldstein
The Knife, 1975

16mm-Film in Farbe, 4 Minuten ohne Ton

#5 Jack Goldstein
A Spotlight, 1972

16mm-Film in s-w, 8 Minuten mit Ton

#4 Jack Goldstein
Jack, 1973

16mm-Film in Farbe, 11,24 Minuten mit Ton

Jack Goldstein
Geboren 1945 Montreal, Kanada
Gestorben 2003 San Bernardino, Kalifornien, USA

"Ich möchte einen Gedanken in etwas Greifbares, einen Gegenstand, und anschließend wieder in einen Gedanken zurückverwandeln."¹ Diesen Anspruch an seine Kunst äußerte Jack Goldstein selbst. Der 1945 in Kanada geborene Performance-Künstler, mit Wurzeln in der minimalistischen Skulptur, arbeitete auch experimentell mit Filmen und Audioaufnahmen auf Vinyl-Platten.

"The Knife" ist einer dieser Filme von Goldstein, in welchen er sich in einer "minimalistischen Variante des Pop"² mit einem Gegenstand beschäftigte und dabei dessen Objektcharakter betonte: In dem stummen und lediglich vier Minuten langen Film von 1975 ist auf blauem Grund ein alltägliches Tafelmesser im Mittelpunkt des Bildes zu sehen. Ruhig und gleichmäßig spiegelt die Klinge Licht wieder, das in unterschiedlichen Farben über das Messer wandert. Für den Betrachter hat es somit den Anschein, das Messer sei nass oder in Wasser getaucht.

Dass er sich von Performances entfernt und mehr dem Film gewidmet hat, erklärte Jack Goldstein selbst mit dem Bedürfnis nach mehr Distanz zum Betrachter. Die Auseinandersetzung mit dem Publikum wollte er vermeiden, indem er sich dem Film, bzw. den Audioaufnahmen zuwandte und unabhängig von jeglicher Audienz produzierte.

Am 14. März 2003 nahm sich Jack Goldstein im kalifornischen San Bernardino das Leben.

¹ Jack Goldstein im Gespräch mit Morgan Fischer aus: Fischer, Morgan "Ein Gespräch mit Jack Goldstein" in: "Jack Goldstein. Filme, Schallplatten, Performances und Aphorismen 1971-1984", Galerie Daniel Buchholz, Köln 2003. S.33
² Miller, John: "Ein Trailer für die Zukunft" in: "Jack Goldstein. Filme, Schallplatten, Performances und Aphorismen 1971-1984", Galerie Daniel Buchholz, Köln 2003. S. 16