Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#32 Jan Timme
Installation shot, There is enough magnesium in the human body to take a photograph, 2005

C-Print, Passepartout, Glas, gebeiztes und poliertes Holz

Jan Timme
Geboren 1971 in Stuttgart
Lebt und arbeitet in Berlin

Auf den ersten Blick erscheint die gerahmte Fotografie sehr schlicht. Abgebildet ist eine Raumecke, mit zurückhaltend weißen Wänden und dunklem Boden, die Assoziation eines Ausstellungsraumes liegt somit nahe. Lediglich der Schriftzug "There is enough magnesium in the human body to take a photograph", der in schwarzen Lettern auf der linke Wand der Raumecke angebracht wurde, sticht heraus. Bei genauerer Betrachtung der Räumlichkeiten auf der Fotografie fällt dem Betrachter auf, dass das Kunstwerk, das er in diesem Augenblick betrachtet, an exakt derselben Stelle hängt, die das Foto zeigt. Wo früher die Buchstaben des Schriftzugs zu sehen waren, präsentiert sich nun die Fotografie desselben. Überraschende Pointen wie diese sind typisch für die Arbeiten Jan Timmes. Auch das Spiel mit dem Wort und Schriftzüge an Wänden tauchen häufig bei ihm auf. Durch diese soll der Besucher nicht nur auf sein eigenes Sein in Zeit und Raum aufmerksam werden, sondern auch auf die Art und Weise, wie er innerhalb dieser Kunst konsumiert.

"Formal knüpft Jan Timme an Bildsprachen der Konzeptkunst an - und er transformiert sie auch. Seine Installationen, Fotos, Objekte und Readymades sind oft eng auf den gegebenen Raum bezogen, man wird über die Verschränkungen von Blick, Bewegung, Kontextwissen ins semantische Netz der Werke involviert. Sie werden zu Protagonisten wie auch Produzenten ästhetischer Erfahrung." ¹

¹ Asthoff, Jens: "Jan Timme in der Galerie Durstewitz Sapre" in: Kunst Bulletin 12/2007, S. 61