Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#59 Joseph Beuys
Capri-Batterie, 1985

Glühlampe mit Steckerfassung in Holzkiste
Auflage 200

Joseph Beuys
Geboren 1921 in Krefeld
Gestorben 1986 in Düsseldorf

„Joseph Beuys, Capri-Batterie, nach 1000 Stunden auswechseln“ lautet die Aufschrift der Holzkiste des 1985 entstandenen Multiples. Beim Betrachten des Werks scheint es sich um einen tatsächlichen Stromkreislauf zwischen Glühbirne und Zitrone zu handeln, sodass die Lampe dauerhaft brennt.
Durch den schriftlichen Zusatz auf der Holzkiste, in der die Arbeit im Original ruht, unterstreicht Beuys sowohl Vergänglichkeit als auch Endlichkeit einer natürlichen Energiequelle; als Symbol hierfür dient in diesem Zusammenhang die „natürliche“ Zitrone. Das Werk „Die Capri-Batterie“ steht als Metapher für die fragile, ökologische Balance der modernen Gesellschaft. Unsere Umwelt unterliegt - u.a. durch nur begrenzt vorhandene Ressourcen - einer ständigen Bedrohung durch ausgelaugte Energiequellen. Die für den Künstler typische sozial-kritische Note, sowie das Konzept des „Ideentransports“ - dem eigentlichen Sinn des Multiples - treten hier besonders deutlich hervor.

Der Prototyp des Werkes entstand 1985 während eines Genesungsaufenthaltes des Künstlers in Italien (Neapel und Capri). Der Galerist Lucio Amelio, mit dem Beuys befreundet war, ließ das Werk noch im selben Jahr in einer Auflage von 200 Stück produzieren und präsentierte es in seiner Galerie. Diese Serie von Multiplen sollte eine seiner letzten sein, bevor Beuys im Jahre 1986 in Düsseldorf seiner langjährigen Krankheit erlag.