Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#35 Michaela Meise
Liegende, 2007

Holz, Beize, Metallkette
197 x 5,5 x 2,7 cm
200 x 22,5 x 2,7 cm
100 x 4 x 2,7 cm
195 x 34,5 x 2,7 cm
250 x 46 x 2,7 cm

Michaela Meise
Geboren 1976 in Hanau
Lebt und arbeitet in Berlin

Es gibt bestimmte Motive in der Kunst, die sich durch ihre gesamte Geschichte ziehen. So gibt es Darstellungen des „Dornenziehers“ oder der „Mutter mit Kind“/ „Madonna“ in jeweils zeitgenössischen Varianten aus allen Epochen und Stilrichtungen.

Ebenso verhält es sich mit der „Liegenden“: Das Motiv ist beispielsweise durch berühmte Werke wie „Venus mit Spiegel“ von Diego Velázquez, Jean-Auguste-Dominique Ingres` „Odaliske“ oder aber die abstrakte Skulptur Henry Moores mit dem Titel „Die Liegende“ bekannt. Ihnen allen liegt ein in den wesentlichen Punkten ähnlicher Aufbau zu Grunde: der liegende Frauenakt.

Auf genau diese Tradition spielt Michaela Meise mit ihrem Werk „Liegende“ an. Was auf den ersten Blick nichts mit den althergebrachten Werken der Kunstgeschichte gemeinsam zu haben scheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung doch als deutlicher Bezug zu diesen Werken. Auch den „Liegende[n]“ von Michaela Meise liegt ein gemeinsames Konzept zu Grunde: Auf der einen Schmalseite von einer Metallkette in der Luft gehalten, liegt die andere Schmalseite der schwarz gebeizten Bretter auf dem Boden auf.

Rauminstallationen wie diese sind typische Arbeiten der Künstlerin. Häufig handelt es sich dabei um Plastiken, die aus Tischlerplatten oder Pappe zusammengesetzt sind und den Raum strukturieren. Auch die „Liegende[n]“ fallen in diese Kategorie: Die wie eingefroren wirkenden, hängenden fünf Bretter geben dem Raum eine Struktur und experimentieren gleichzeitig mit verschiedenen Varianten des Gleichgewichts, die eine optische Spannung erzeugen.