Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#34 Nairy Baghramian
Sammelbox, 2004

Plexiglas, lackiertes Metall und Kordel, 40 x 50 x 30 cm, Edition von 3

Nairy Baghramian
Geboren 1971 in Isfahan
Lebt und arbeitet in Berlin

Sehen und Verbergen - das sind zwei Aspekte, die Nairy Baghramian beständig in ihren Kunstwerken thematisiert. Damit ist der Rezipient nicht allein Betrachter, sondern spielt im Hinblick auf Wahrnehmung eine wichtige Rolle in den Installationen und Inszenierungen der in Berlin lebenden Künstlerin. Baghramian versteht sich gleichermaßen als Bildhauerin wie auch als Konzeptkünstlerin und wendet sich mit ihrer Sammelbox (2004) aus dem Blickwinkel der Künstlerin einer Nachbardisziplin zu - dem Design. Baghramian löst allerdings den ursprünglichen Kontext und lässt die Sammelbox an der Wand angebracht in einem anderen Rahmen neu erscheinen. Mit moderner Formensprache und reduzierten Mitteln fordert das fragil wirkende Werk die Betrachtung heraus. Dabei spielen die Kontraste innerhalb des Objektes eine wichtige Rolle - der Öffnung des Deckels steht die Sperrung entgegen, das Durchblicken durch das Plexiglas divergiert mit der Verschlossenheit des lackierten Metalls. Der Blick scheint durch die Leere provoziert zu werden, Erwartungen auf Inhalte innerhalb der Sammelbox werden enttäuscht. Die harten Materialien wiederrum scheinen der weichen Kordel gegenüberzustehen, die herunter hängt und sich auch farblich in Schwarz vom weißen Rest abhebt.