Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#79 Rolf Julius
Backstage, 2008

Mixed Media, Podest, Schalen, Pigmente, Steine, Lautsprecher, Lampen und andere Materialien
60 x 400 x 400 cm
Foto: Roman März

Rolf Julius
Geboren 1939 in Wilhelmshaven
Gestorben 2011 in Berlin

Die aus Schalen, Glasplatten, Steinen, Pigmenten, Papiertüten, Lampen und kleinen Lausprechern bestehende Klanginstallation „Backstage“ ist gleichsam eine Momentaufnahme aus dem Atelier des Künstlers. Sie zeigt ein Feld von Dingen und Klängen, wie es in permanent wechselnder Gestalt auf dem Fußboden im Atelier des Künstlers in Berlin zu finden war. 2008 hat Rolf Julius diese Situation zum Ausgangspunkt einer Arbeit gemacht, in der sich einerseits Verweise auf ältere Arbeiten finden lassen. Andererseits scheint das Arrangement Material für künftige Werke bereitzuhalten.

Die Arbeiten von Rolf Julius sind von einem feinen Sinn für das Potential von unscheinbaren Objekten und natürlichen Materialien sowie für deren Platzierung im Raum getragen. Ein erweitertes Verständnis von Musik, wie es sich in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts nach und nach herausgebildet hat, bildet dabei das Bezugsfeld. „Die kleinsten Dinge, der leiseste Ton, das, was wir gewöhnlich übersehen und überhören, waren ihm die vornehmsten Gestalten, an denen er die Welt sichtbar werden ließ.“ (Eugen Blume im Katalog „Lautlos. Nina Canell. Rolf Julius“, Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, Staatliche Museen zu Berlin, 2013)