Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#22 Sergej Jensen
Ohne Titel, 2005

Tempera und Stofffarbe auf Jute, 165 x 125 cm

#21 Sergej Jensen
Ohne Titel, 2006

Geldsäcke, 210 x 180 cm

Sergej Jensen
Geboren 1973 in Maglegaard, Dänemark
Lebt und arbeitet in Berlin

Mit seiner auf den ersten Blick sehr abstrakten Formensprache und der reduzierten Malerei, die nicht immer wirklich gemalt sein muss, verleitet Sergej Jensen zu in viele Richtungen gehenden Assoziationen, indem er den Betrachter dazu anregt, Formen nach eigener Phantasie zu vervollständigen. Gegenstände werden durch Negativformen angedeutet, Landschaften lassen sich aus den Bearbeitungsspuren herauslesen, Liniengefüge können an politische Symbole erinnern, jedoch bleibt das Publikum in seinen Assoziationen frei.

Die minimalistischen Bilder Jensens wirken meist schon melancholisch leer, auf ihnen schweben vereinfachte und zarte Formen aus verschiedenen Materialien, die meist aus Textil sind. Auch können die Leinwände ganz mit Material bedeckt sein, so verarbeitete er auf eBay ersteigerte Geldsäcke zu Wandstücken, in denen die unterschiedlichen Materialien und Textilqualitäten miteinander und gegeneinander kontrastieren und sich die Farbvariationen zu einem geometrischen Muster ergänzen.

Seine Arbeiten erinnern an Hausarbeit und sind durch ihren Prozess charakterisiert. Traditionelle Malerei wird kritisch hinterfragt, auch wenn sich die Gemälde Jensens auch durch diese auszeichnen. Doch entsteht jedes Werk mit minimalem Aufwand, banales Material kann Verwendung finden und der Werkprozess wird meist frühzeitig gestoppt, sodass die großen Leerflächen in seinen Bildern schon fast an den Konstruktivismus erinnern. Auch die Farbe wird reduziert, es wird Gouache mit Bleiche vermischt und kommt, wenn überhaupt, nur sparsam und ohne großen gestischen Ausdruck zum Einsatz. Damit wird Leinwand selbst zum Ausdrucksträger, sie wird nicht wie üblich verdeckt, sondern tritt mit eigener Wirkung zum Vorschein.