Verein der Freunde der Nationalgalerie Stiftung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie für zeitgenössische Kunst

#61 Simon Starling
D1-Z1 (22,686,575:1), 2009

35 mm Film geloopt, Filmprojektor D1

Art for me is a free space to explore things. The things I do don't always come out looking like conventional works of art. But then I'm like any artist these days working in relation to a long history of art. I think the press is a long way behind understanding this or responding to art in a sympathetic way. I got a lovely poem from a lady in St Albans about sheds.
Simon Starling im Interview mit guardian.co.uk

Simon Starling
Geboren 1967 in Epsom, Surrey, England
Lebt und arbeitet in Berlin und Glasgow

Das Kürzel Z1 im Titel des Werks von Starling bezeichnet den ersten frei programmierbaren Computer, welcher im Jahre 1936 von dem Ingenieur und Künstler Konrad Zuse (1910-1995) entworfen wurde. Mit 172 Bytes Speicherkapazität und der Fähigkeit zu addieren, subtrahieren, multiplizieren und zu dividieren, wurde der Z1 privat finanziert und von Zuse in seiner Berliner Wohnung gebaut. 1938 fertig gestellt, wurde der Computer mit einem Lochstreifen programmiert, den Zuse aus regulärem 35 mm Fotofilmstreifen herstellte.

Starlings Film wiederum wurde mit modernster Computeranimationstechnik und mit Hilfe eines ebenfalls in Berlin entwickelten Oberflächenrendering-Programms animiert. Das Errechnen dieser 30 Sekunden langen Sequenz, die den Lochstreifenleser zeigt (ein kleiner Teil der riesigen Maschine), erforderte einen Speicherplatz von 3.992.837.240 Bytes, die über 22 millionenfache Speicherkapazität des Z1. Diese computergenerierte virtuelle Rekonstruktion wurde dann wieder auf 35 mm Film übertragen. Der Film wird auf dem Mitte des letzten Jahrhunderts in Dresden entworfenen Projektor D1 gezeigt. Der Titel des Werkes benennt demnach den Computertypus, sowie die Projektorbezeichnung, auf welchem Starling den Film präsentiert.